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IDSG: Moderate Buße für Arztbrief in falschen Händen

Freitag ist Gerichtstag: Nach dem überraschenden Beschluss des Datenschutzgerichts der DBK in der vorvergangenen Woche wurde am Freitag eine weitere Entscheidung des Interdiözesanen Datenschutzgerichts (IDSG 21/2020) veröffentlicht – diesmal eher Schwarzbrot. Auch was den Sachverhalt angeht: Ein Arztbrief in falschen Händen. In diesem Fall ein Arztbrief, der trotz Sperrvermerk im Klinikinformationssystem an den Ehemann der Patientin übergeben wurde. (Auch wenn der Beschluss anonymisiert ist: Der Fall wird im aktuellen Tätigkeitsbericht der KDSA Ost ausführlich geschildert.)

Briefumschlag auf Notizbüchern
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Dass das ein Datenschutzverstoß ist, war recht klar – die Datenschutzrichtlinie, die ein opt-out-Verfahren für die Sperrvermerke vorsah, war ungenügend, die Datenschutzschulung unzureichend. Die Konsequenzen fürs eigene Datenschutzmanagement sind klar: Datenweitergabe an Dritte nur mit Einwilligung, und Schulungen nicht nur für die Akten. Über den Einzelfall hinaus sind vor allem zwei Punkte relevant: die Erläuterungen zur Anwendbarkeit des Funktionsträgerprinzips und ein Einblick in die Bußgeldpraxis.

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