Ein Gedanke zu „Eule-Podcast zum kirchlichen Datenschutz

  1. HeimschuleKind

    Der Podcastbeitrag macht erneut deutlich, dass Datenschutz kein technisches Randthema ist, sondern eine Frage von Verantwortung und Glaubwürdigkeit – gerade im kirchlichen Umfeld. Wo Kirche Schutzräume verspricht, muss dieser Anspruch auch digital eingelöst werden.

    Das Scheitern der EKD-Vernetzungsplattform für Betroffene sexualisierter Gewalt (BeNe) ist dafür leider ein bedrückendes Beispiel. Von Beginn an kritisierten Nutzende fehlende Maßnahmen zur Datensicherheit und zum Datenschutz. Statt eines klaren, dokumentierten Gesamtkonzepts fehlten zentrale Grundlagen wie Rollen- und Berechtigungskonzepte oder Lösch- und Backupstrategien sowie ein tragfähiges Sicherheits- und Betriebskonzept. Datenschutzrelevante Vorfälle – von öffentlich zugänglichen sensiblen Inhalten bis hin zum vollständigen Verlust von Beiträgen – waren deshalb die Folge.

    Besonders problematisch ist, dass sichtbare Reaktionen meist erst nach wiederholten Hinweisen und Beschwerden beim DSB-EKD erfolgten und Maßnahmen überwiegend reaktiv, punktuell und ohne erkennbare Gesamtstrategie blieben. Datenschutz-by-Design und eine systematische Risikofolgeabschätzung wurden offenkundig nicht konsequent in Entwicklung und Betrieb integriert.

    Gerade bei Plattformen für Betroffene des sexualisierten Missbrauchs ist das fatal: Fehlender Datenschutz bedeutet hier nicht nur ein rechtliches Risiko, sondern kann das für die Aufarbeitung und Prävention absolut notwendige Vertrauen zerstören und Menschen erneut verletzen.

    Der Fall BeNe zeigt deshalb eindrücklich, warum konsequenter Datenschutz auch – und besonders – im kirchlichen Kontext unverzichtbar ist.

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