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Die Woche im kirchlichen Datenschutz
Statistische Weltanschauung
Die österreichische Datenschutzbehörde berichtet in ihrem aktuellen Newsletter von einer Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs (VwGH) zur Nutzung von statistischen Daten durch die Österreichische Post: Die Post hatte »Sinus-Geo-Milieus« genutzt, um darauf Angebote für den Versand zielgerichteter Werbung aufzubauen. »Die Sinus-Geo-Milieus beinhalten eine Wahrscheinlichkeitsaussage über die Zugehörigkeit einer bestimmten natürlichen Person zu einem konkreten sozial-gesellschaftlichen Milieu.«
Für den VwGH stand fest, dass es sich dabei um die Verarbeitung personenbezogener Daten handelt, auch wenn es sich bei den Datensätzen um errechnete statistische Wahrscheinlichkeitswerte handelt, im vorliegenden Fall auch besondere Kategorien: »Es ist dabei nicht entscheidungswesentlich, ob es sich bei den Informationen betreffend eine Weltanschauung um eine gefestigte „innere“ Überzeugung der betroffenen Person handelt.« Wieder einmal zeigt sich: In den besonderen Kategorien ist man schnell drin.
Päpstliche Social-Media-Strategie
Papst Leo XIV. hat Influencer*innen und digitale Missionar*innen empfangen. »Heute leben wir in einer Kultur, in der die digitale Dimension fast alles durchdringt, in der insbesondere die Entstehung der künstlichen Intelligenz eine neue Epoche im Leben der Menschen und der gesamten Gesellschaft markiert«, heißt es in der Ansprache. Dem gelte es sich zu stellen, »indem wir über die Glaubwürdigkeit unseres Zeugnisses nachdenken, über unsere Fähigkeit zuzuhören und zu sprechen, zu verstehen und verstanden zu werden«. Technisch ins Detail geht die Ansprache verständlicherweise nicht. Für die Entwicklung von Social-Media-Strategien gibt der Papst aber eine Richtschnur aus, die sich lohnt, ins Operative umzusetzen: »Es geht nicht einfach darum, Inhalte zu produzieren, sondern Herzen einander begegnen zu lassen.«
In eigener Sache
- Für JHD|Bildung biete ich wieder Online-Seminare an. Am 8. Oktober 2025, 16.30–19 Uhr gibt es das Seminar zu Bildrechten (20 Euro, Anmeldeschluss 24. September 2025).
Auf Artikel 91
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Aus der Welt
- Das Bundesinnenministerium plant ein Register für alle Menschen, die ihren Geschlechtseintrag geändert haben. Der Hamburger CCC sagt in einem offenen Brief das Nötige dazu: »Besonders in Bezug auf die aktuellen politischen Entwicklungen kann nicht ausgeschlossen werden, dass ein einmal angelegter Datensatz in Zukunft auch auf andere Art und Weise verwendet oder missbraucht wird. Wenn trans* Personen in einer gesonderten Kartei registriert werden, lässt sich diese Liste nur allzu leicht auf dieselbe Art und Weise verwenden wie einstmals die sogenannten “Rosa Listen”, anhand derer homosexuelle Männer in Deutschland verfolgt wurden.«
Kirchenamtliches
- Bistum Essen: Diözesangesetz zur Regelung von Einsichts- und Auskunftsrechten für die Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs Minderjähriger und schutz- oder hilfebedürftiger Erwachsener, für Forschungszwecke und für Rechtsan- waltskanzleien in Bezug auf Personalakten von Klerikern, Personalakten von Kirchenbeamtinnen und Kirchenbeamten sowie Sachakten, Verfahrensakten, Registraturakten und vergleichbare Aktenbestände der laufenden Schriftgutverwaltung im Bistum Essen (AktAuskG), Änderung der Verwaltungsvorschrift zur Regelung von Akteneinsichtsrechten und Auskunftsrechten
- KDSA Ost: Umgang mit Gesundheitsdaten
- Landeskirche Schaumburg-Lippe: Rechtsverordnung zur Ergänzung und Durchführung datenschutzrechtlicher Vorschriften (Datenschutzdurchführungsverordnung – DATVO)
