Drei Fragen und zwei Wünsche zum kirchlichen Datenschutz

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»Quo vadis, kirchlicher Datenschutz?«, fragt explizit.net und hat wiederum mir dazu drei Fragen gestellt. Dabei äußere ich zwei Wünsche – einer davon könnte sogar in Erfüllung gehen:

Ich würde mir wünschen, dass sich [das Image von Datenschutz als lästige Bürokratie] ändert: Für die Sozialverbände in der Kirche, dass sie sich in die politische Debatte einbringen und den Wert von informationeller Selbstbestimmung stark machen, sich für den Schutz von Freiräumen und der Privat- und Intimsphäre und gegen Überwachung einsetzen. Für die Jugendarbeit, dass dort Kinder und Jugendliche lernen, ihre eigenen Grenzen und Privatheitsbedürfnisse zu kennen und die anderer zu respektieren.

Etwas weniger wahrscheinlich ist es, dass die Bischöfe ihre gerade schön frisch aufgezogene Datenschutzinfrastruktur aus Gesetz und Aufsichten abschaffen und umgestalten. Aber wenigstens der fromme Wunsch, nicht allzu kreativ zu sein, sollte doch erfüllbar sein (schon Gernot Sydow hatte im Interview seine Skepsis über allzu originelle kirchliche Gesetzgebung geäußert):

Ich würde mir wünschen, dass die Kirchen ihren Sonderweg verlassen und einen Teil des gesparten Geldes in eine Servicestelle ähnlich der von der Bundesregierung gegründeten Stiftung Datenschutz investieren würden. Da das aber nicht passieren wird, plädiere ich dafür, wo immer es möglich ist, die DSGVO-Regelungen möglichst eins zu eins in die kirchlichen Datenschutzgesetze zu übernehmen und nur dort Änderungen und Präzisierungen vorzunehmen, wo es wirklich von kirchlichen Eigenarten her erforderlich ist.

Weitere Themen sind die Stellungnahme zur Evaluierung der GKP, eine Einschätzung zum Stellenwert von Datenschutz in der Kirche und die Hoffnung auf mehr Partizipation bei bischöflicher Gesetzgebung. Das ganze Interview ist bei explizit.net zugänglich.

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